Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist seran_ates-181-688x1030.jpgGeburtsdatum: 20.04.1963
Geburtsort: Istanbul

Beruf: Rechtsanwältin und Autorin
Beruflicher Werdegang: Seit 1997 als Anwältin tätig, Seit 1983 als Autorin tätig

Ich bin im Alter von 6 Jahren als Kind von Gastarbeitern nach Berlin gekommen. Meine Mutter ist Türkin, mein Vater war Kurde (Mein Vater ist am 06.06.2014 verstorben). Wir sind sunnitische Muslime. Das Aufwachsen in einer sehr traditionellen Großfamilie hat mich politisch geprägt. Insbesondere hat es dazu beigetragen, dass ich sehr früh angefangen habe, gegen die Ungleichbehandlung der Geschlechter zu kämpfen.

Mit 17 Jahren bin ich von zuhause abgehauen, um selbstbestimmt leben zu können und habe in dieser Zeit meine erste Autobiographie geschrieben (Wo gehören wir hin? 1983 LAMUV-Verlag).

Aus meiner eigenen Biographie begründet habe ich angefangen, mich für andere Frauen und Mädchen einzusetzen, die ähnliche Unterdrückung erlebt haben wie ich. Ab 1983 arbeitete ich daher neben meinem Studium der Rechtswissenschaften in einer Beratungsstelle für Frauen aus der Türkei, in dem ich im Jahre 1984 Opfer eines politischen Anschlags wurde. Ich wurde durch eine Kugel in den Hals lebensgefährlich verletzt. Die Folgen des Attentats haben dazu geführt, dass ich mein Studium unterbrechen musste.

1990 konnte ich mein Studium wieder aufnehmen und 1997 als Rechtsanwältin meine Arbeit beginnen. Trotz Unterbrechung des Studiums habe ich mich neben der körperlichen Erholung immer wieder bei Frauenthemen engagiert.

Im Jahre 2006 habe ich meine Anwaltskanzlei geschlossen, weil ich immer wieder Morddrohungen bekam.

Da ich mich explizit mit patriarchalen Strukturen im Islam beschäftige und Migrationsfragen in türkisch-kurdischen Parallelgesellschaften in Deutschland dann kritisiere, wenn aus den Parallelgesellschaften Hass und Gewalt verbreitet wird, werde ich oft von Islamisten und türkischen Nationalisten angefeindet. Vor allem werde ich aber von Männern und Frauen angefeindet, die nicht nur ein konservatives, sondern ein mittelalterliches Geschlechterrollenverständnis haben.

Ich bin gläubige Muslimin. Dies irritiert viele Menschen, sowohl Atheisten, Christen und Juden als auch Muslime. Die einen sind der Ansicht, dass ich mich vom Islam verabschieden müsste, weil er frauenfeindlich sei, die anderen meinen, dass ich keine Muslimin sein kann, wenn ich nicht so bin wie sie selbst.

Seit 2012 bin ich wieder als Anwältin tätig.

Von 2003 bis 2017 habe ich weitere 5 Bücher geschrieben .

1983 habe ich angefangen, mich frauenpolitisch zu engagieren. In der Öffentlichkeit habe ich mich vor allem zu den Themen, Kopftuch bei Musliminnen, Zwangsheirat, Ehrenmorde und Migrationsfragen geäußert und positioniert. Mit meiner Forderung im Jahre 2003, in das deutsche Strafgesetzbuch einen eigenen Straftatbestand Zwangsheirat aufzunehmen, habe ich eine Welle der Entrüstung bei den liberalen und Traditionalisten ausgelöst. 2011 war das Ziel erreicht. Die Zwangsheirat ist ein eigener Straftatbestand. Das Thema religions- und traditionsbedingte Gewalt an Frauen und Kindern ist nach wie vor eines meiner Schwerpunkte. Hierin ist der Kampf gegen Zwangsehen, Ehrenmorde, häusliche Gewalt, Kinderehe, Genitalverstümmelung und viele Arten der Gewalt mehr enthalten.

Projekte und Initiativen

Mahnwache vor dem Brandenburger Tor:

Am 05.09.2014 beginnend habe ich eine Mahnwache gegen das Morden im Namen Gottes initiiert. Siehe mein Titelbild auf der Startseite. Am 10.02.15 in der Zeit von 18:00 – 19:00h war die zweite Mahnwache.

Ich konnte nicht mehr vor dem Fernseher sitzen und mir die Nachrichten, über das Morden im Namen Gottes ansehen. Deshalb habe ich meine Freundin Lala Süsskind gefragt, ob sie mit mir solch eine Mahnwache machen würde. Sie sagte sofort zu und das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), vorneweg Levi Salomon haben uns tatkräftig bei der Umsetzung unterstütz. Levi verdanken wir die Gestaltung der schönen Plakate, die von der DEGEWO finanziert wurden.

Die nächste Mahnwache wird im März 2015 sein.

Freie progressive Moschee:

Ich träume von einer Moschee, in der alle Menschen zusammenkommen, die sich für den Islam interessieren und/oder daran glauben. Eine Moschee, in der es keine Geschlechterapartheid gibt und daher Männer und Frauen im selben wunderschönen Raum beten können. Das ist räumlich machbar! Der Mensch muss es nur wollen, wie alles andere im Leben auch.

Meines Erachtens können wir gegen Hassprediger nur ankommen, wenn wir ausreichend Liebe predigen. Das geschieht nun mal vor allem in der Moschee. Die Jugend und liberale Muslime haben zurzeit keine Alternative zu den konservativen, teilweise verkrusteten Moschee-Gemeinden.

Ich hoffe, dass ich die Realisierung dieses Projekts, an dem ich seit 2009 arbeite, noch erleben werde. Es gibt sehr viele Menschen, die sich ebenfalls solch eine Moschee wünschen. Jetzt benötigen wir nur noch das Geld dazu.

Friedensschule:

Friedensschule, in der Vielfalt gelehrt wird.

Dieses Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Menschen, die daran glauben, dass die Schule einer der wichtigsten Orte ist, an denen Toleranz und Vielfalt gelehrt werden können.

Dazu später mehr!

Die sexuelle Revolution im Islam/in der islamischen Welt

Die Herausforderung unseres Jahrhunderts wird es sein, in der islamischen Welt für Demokratie, Freiheit und Geschlechtergerechtigkeit zu kämpfen. Mein Ziel ist es mit dem Thema “Islam und sexuelle Revolution” dazu beizutragen.

Mitgliedschaften/Politisches Engagement:

— Mitglied im Beirat der DEGEWO
– Mitglied im Kuratorium des Humanistischen Verbandes (HVD)
– Mitglied im Förderkreis der Magnus Hirschfeld Stiftung
– Mitglied im Kuratorium des Johann Phillip Palm Menschenrechtspreises

– 2006-2009 Mitglied der Islamkonferenz und des Integrationsgipfels.

Veröffentlichungen:

“ Wo gehören wir hin? Zwei türkische Mädchen erzählen“ 1983, Lamuv-Verlag, Autobiographie

„Große Reise ins Feuer“, 2003, Rowohlt-Verlag, Autobiographie

„Der Multikulti-Irrtum“, 2007, Ullstein-Verlag, Politisches Sachbuch

„Der Islam braucht eine sexuelle Revolution, 2009, Politisches Sachbauch, Ullstein-Verlag,

“Wahlheimat – Warum ich Deutschland lieben möchte”, 2013, Politisches, Sachbauch Ullstein-Verlag

Aufsätze (Auswahl):

„Verfassung, Patriotismus, Leitkultur, Was unsere Gesellschaft zusammenhält“, Hrsg. Norbert Lammert, 2006, Hoffmann und Campe Verlag

„Zwangsverheiratung in Deutschland“
Forschungsreihe Band 1, Konzeption und Redaktion: Deutsches Institut für Menschenrechte, 2007, Nomos Verlag

Preise und Auszeichnungen:

2004 Berliner Frauenpreis vom Berliner Senat für Wirtschaft, Arbeit und Frauen

2005 Zivilcouragepreis des Berliner CSD, vom CSD e.V.

2005 Frau des Jahres 2005, vom deutschen Staatsbürgerinnen Verband e.V.

2005 Nominiert als eine von “1000 Frauen für den Friedensnobelpreis”

2006 Ossip-K.- Flechtheimpreis, vom humanistischen Verband Deutschland

2006 Vorbilder des Jahres 2006, vom SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin

2006 Goldene Bild der Frau, vom Axel-Springer Verlag, Bild der Frau

2006 Botschafterin für Menschenrechte in Berlin-Mitte, vom Aktionsbündnis Mitte für Menschenrechte

07.02.2007 Margherita von Brentano Preis, Förderpreis von der Freien Universität Berlin

07.03.2007 Auszeichnung zur „Niedersächsischen Löwin“ durch die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen (ASF-SPD)

21.06.2007 Bundesverdienstorden am Bande, überreicht durch den Bundespräsidenten Horst Köhler persönlich

10.10.2007 Menschenrechtspreis der Ingrid zu Solms Stiftung

01.10.2008 Verdienstorden der Stadt Berlin. Überreicht durch den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit

23.11.2008 Arnold-Freymuth-Preis, von der Arnold-Freymuth Gesellschaft

07.12.2008 Johann-Phillip-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit, von der Palm Stiftung

2012 Respektpreis 2012, vom Bündnis gegen Homophobie

12.03.2014 Ehrenpreis der Johanna Loewenherz-Stiftung

10.07.2014 Bundesverdienstorden 1. Klasse, überreicht durch den Bundespräsidenten Gauck persönlich

16.07.2016 Rainbow Award 2016, vom Schwul-Lesbischen Straßenfest Komitee

01.05.2017 Auszeichnung mit der 16. Corveyer Hoffmann-von-Fallersleben-Plakette

20.11.2017 GOLDENE ERBSE 2017 zum Thema „Liebe“, vom MÄRCHENLAND – Deutsches Zentrum für Märchenkultur

09.03.2018 Rote ASF-Rose, von der SPD Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischen Frauen AsF im Ostallgäu

17.07.2018 „Soul of Stonewall Awards“, Kategorie SONDERPREIS für Zivilcourage an vom Berliner CSD e.V.

02.12.2018 Marion Dönhoff Preis 2018 für internationale Verständigung und Versöhnung von Zeit Stiftung

7 Gedanken zu „Über Seyran

  1. Als gläubiger – und wie sagt man so schön: praktizierender – katholischer Christ (*1935) halte ich es mit unserem Papst Franziskus, der keiner Religion einer anderen gegenüber ein Primat zugesteht. Für ihn ist allein der Glaube an Gott entscheidend und dies in seiner alltäglichen Praktizierung durch Hinwendung zum Nächsten, in der selbstlosen Liebe gerade den Armen und Unterdrückten gegenüber. Gott kennt keine konfessionellen Grenzen – vor IHM sind wir alle gleich, unabhängig von der Religion, dem Geschlecht oder der Hautfarbe. Vor Frau Seyran Ates habe ich höchsten Respekt, und ich bewundere sie, bitte Gott und hoffe, dass ihr nichts Böses widerfährt und sie weiterhin Erfolg hat mit allen ihren Bemühungen! Gott segne sie!

  2. Sehr geehrte Frau Ates,
    ich möchte mich für Ihre Arbeit und Ihr Engagement bedanken.
    Ich bin Lehrer an der IGS Salzgitter.
    Vielleicht wäre es möglich, Sie zu uns zu einem Vortrag im Rahmen einer Schulinternen Fortbildung einzuladen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ulrich Borns

  3. Hallo sehr geehrte Frau Ates,ich wollte Ihnen heute einfach mal meine Bewunderung für Sie und Ihre unmenschlich mutige Arbeit mitteilen.Für mich sind Sie eine heilige Frau,im wahrsten Sinn des Wortes.und genau das strahlen Sie auch unheimlich stark aus,da brauchen Sie noch nicht einmal was zu sagen. Man kann Sie nicht hoch genug loben.Liebe Grüße voller Bewunderung aus dem Schwabenland Ihr Marc Großmann

  4. Sehr geehrte und bewunderte Frau Ateş,
    Ich bin Krankenschwester in einer Pflegeeinrichtung in Wien und bilde mitunter auch Praktikanten einer “Integrationsklasse” aus. Die Menschen die ich ausbilde kommen größtenteils aus islamischen Ländern. Ich schätze den Kulturaustausch und die unterschiedlichen Anschauungen sehr. Es waren Frauen unter den Auszubildenden, die vorallem mit Nacktheit und körperlicher Berührung große Schwierigkeiten hatten. Eine der Frauen erzählte mir, im Vertrauen, von ihrer grauenvollen Genitalverstümmelung und den Folgen für ihre körperliche und geistige Gesundheit. Ein junger Mann gestand seine Homosexualität, zwei andere verließen ihre Heimat, da sie einer Zwangsehe entkommen mussten.
    Das Thema Beschneidung bei kleinen Mädchen ist auch in Österreich ein aktuelles geworden, bei dem viel zu pft weggeschaut wird und auch die automatische Beschneidung von Knaben sollte zur Diskussion gebracht werden. Denn Gott hat Frauen eine Klitoris und Männern ein Präputium geschenkt!
    Ihr Bücher sind ehrlich und fesselnd ohne anzuklagen und dafür danke ich Ihnen.
    Haben Sie vor auch einmal nach Österreich zu kommen?

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